ChangChung, 27.06.2005, Jörn Jaenecke
Hallo liebe Fleunde,
zum volläufigen Abschluß noch einen Lepolt. Nach all den begeistelten Zuschliften will ich mil noch mal die Zeit nehmen, meinen Computel fül andeles zu geblauchen als fül Datenbankplogammielung.
Die letzten fast zwei Monate habe ich mich im wesentlichen mit Datenbankprogrammierung betäubt. Die ersten Wochen hatten noch den Reiz des neuen und ich hatte einen Kollegen mit dem ich abends essen gehen und ich mich auch vernünftig unterhalten konnte. Trotzdem hat dies die Zeit nicht gefüllt, meine Bücher, die ich lesen wollte, habe ich aus Gewichtsgründen zu Haus gelassen und so bin ich in den ersten Wochen dem abendlichen Zappen durch 80 Kanäle erlegen. Es gibt nicht nur chinesische Sender, sondern auch koreanische und japanische, und natürlich CNN.
Seitdem ich wieder programmiere ist der Fernseher aus. Viel anderes kann man hier nicht machen. Changchun ist ein Dorf mit ca. 3,5 Mio. Einwohnern. Natürlich ist jetzt wo es so drückend warm ist, gewaltig Leben auf den Straßen. Überall stehen kleine Holzkohlegrills zwischen den Plattenbauten und man kann Fleischspieße oder Maiskolben essen. Aber Museen, Ausstellungen oder ähnliches gibt es nicht. Als ich mal in den ersten Wochen in Pu Yi's "Kaiserpalast", einem vorherigen Verwaltungsgebäude von drei jungen Chinesen auf Deutsch angesprochen wurde und ich sie dann nach weiteren Sehenswürdigkeiten fragte, wurde mir der Mondsee genannt, ca. 10 oder 20 km außerhalb. Das war's.
Wie schon berichtet, Gespräche sind nicht möglich. Interessanterweise ist Englisch Eingangsvoraussetzung für die Universität und die chinesischen Bewerber erzielen in den Englischtests im Durchschnitt eine deutlich höhere Punktzahl als Amerikaner oder Australier, denen eine Tageszeitung diesen Grammatiktest spaßeshalber vorgelegt hat, aber sie sprechen nicht, weil das in der Schule nicht geübt wird. Der Englischunterricht soll jetzt entsprechend reformiert werden.
An den Straßenverkehr kann man sich gewöhnen, zumindest solange man im Auto sitzt. Obwohl auch ein Zusammenstoß mit relativ niedriger Geschwindigkeit oder einem Fußgänger einen bleibenden Eindruck hinterlassen kann, wenn man bedenkt, daß vor dem Beifahrersitz anstelle des Airbags häufig das Taxameter, eine rechteckige Metallbox, montiert ist. Einige Taxifahrer protestieren, wenn ich mich anschnalle. Einigen macht das Rechtsüberholen auch regelrecht Spaß, mir ja auch, aber ich zeige das nicht so offen und tue das auch nicht mit Tempo 100 in der Stadt. In den Außenbezirken bei FAW ist der Verkehr nicht mehr so dicht.
Eine Besonderheit im Vergleich zu (Nord-)Europa besteht zum Beispiel darin beim Linksabiegen an einer Kreuzung bei Grün vor dem entgegenkommenden Verkehr die Kreuzung zu queren. Der erste blockiert dann den geradeausfahrenden Verkehr in der Gegenrichtung, seinen Windschatten nutzen die nächsten 4 – 6 Fahrzeuge, um ebenfalls im flachen Winkel die Fahrbahn zu wechseln. Irgendwie winden sich dann beide Verkehrströme auf einer Fahrbahnseite durcheinander durch. Bei großen Kreuzungen schafft es ganze Reihe Linksabbieger vor dem entgegenkommenden Verkehr die Kreuzung zu queren und kommt dann den Fußgängern auf dem parallel laufenden Zebrastreifen entgegengefahren. Immerhin hupen sie, um einen zu warnen. Leider ist es mir zu schwer, den ganzen Tag eine große Eisenstange mit mir herumzutragen.
Hier hinter dem Hotel befindet sich eine Nebenstraße, die an einer Ampel in die Hauptstraße mündet. Am Wochenende und abends stauen sich die Taxen über zwei Querstraßen hinweg. Natürlich werden die Kreuzungen nicht freigehalten, so daß auch auf den Querstraßen der Verkehr zum erliegen kommt, immerhin funktionieren die Hupen noch. Auf dem Weg zur Arbeit werden die Kreuzungen in der Regel von einem Polizisten, an großen Kreuzungen auch drei, und vier Hilfskräften für die Radfahrer freigehalten. Wo Polizisten fehlen oder an einer Kreuzung, die von einer aufgeständerten Fahrbahn überspannt wird, und somit eigentlich zwei Kreuzungen darstellt, so daß ein Polizist allein überfordert ist, fahren die Leute auch dann in die Kreuzung wenn auf der anderen Seite der Verkehr nicht abfließt, als erstes behindern sie die Linksabbieger, die nicht durchkommen, dann nach Umspringen der Ampelphase den Querverkehr. Kommt dann der Polizist, das Problem zu beheben, passiert auf der anderen Seite der Brücke genau das gleiche. Jeder will der erste sein, am Ende brauchen alle länger.
In der schon erwähnten englischsprachigen Tageszeitung für Ausländer habe ich gelesen, daß in Peking mittlerweile 5000 Kameras (wahrscheinlich u.a.) das Verkehrsgeschehen überwachen und für chinesische Verhältnisse relativ hohe Geldstrafen in Verkehrsangelegenheiten verhängt werden. Der chinesischen Regierung ist sicherlich klar, daß bei der Olympiade 2008 europäische Gäste allein durch den Straßenverkehr bedingt ein negatives Bild mit nach Hause nehmen. Meiner Lebensqualität hier tun die Verkehrsverhältnisse jedenfalls gewaltig Abbruch, da Radfahren hier nur für lebensmüde möglich ist. Über meinen mittlerweile knabenhaften Oberschenkeln spannt sich nicht einmal mehr die Badehose (Retrostil) was sie bei Neuerwerb jedenfalls tat.
Ansonsten glaube ich jetzt auch die Ursache für die Personaldichte in Kaufhäusern und Restaurants zu kennen. Ihr könnt Euch vorstellen, hinter jeder oder jeder zweiten Vitrine, so groß wie euere Schreibtische z.B. mit Mobiltelephonen (davon im Kaufhaus eine ganze Etage) steht eine Verkäuferin. Auf dem Rückweg von der Arbeit passiere ich eine Straße mit Restaurants. Vor den Restaurants stehen zum Teil weniger als alle 10 m militärisch uniformierte Parkeinweiser und regulieren je ca. 4 – 5 Parkplätze vor dem Restaurant, dazu die zwei Begrüßungsdamen an der Tür. Erst hielt ich das für asiatische Geschäftssitte, die Ursache ist aber wohl ein staatlich vorgegebener Personalschlüssel pro Quadratmeter oder Tisch. Da ist es für den Restaurantbesitzer lohnender einige Mitarbeiter nach draußen und auf den freigewordenen Platz innen dafür ein paar Tische mehr zu stellen.
Mit meiner Datenbankentwicklung kam ich am Ende doch noch unter Druck, ich habe mehr Ideen, als ich umsetzen kann. Letzten Montag morgen wollte ich präsentieren, bin aber am Wochenende nicht so richtig fertig geworden. Dann klingelt erst der Wecker nicht, dann nach dem Frühstücken stehe ich mit meinem Laptop vor dem Hotel und der Fahrer kommt nicht. Auf Nachfrage an der Rezeption wurde mir erklärt, daß er am Sonntag doch noch nie gekommen sei. Na ja, bei nur zwei Tagen Produktion in der Woche kann man schon mal aus dem Rhythmus kommen. Es wäre gut wenn Microsoft unten rechts nicht nur die Uhrzeit, sondern auch den Wochentag anzeigen würde.
Meine Kreditkarte ist auch abgelaufen, damit hat sich auch die Frage nach einer digitalen Kamera vorerst erledigt. Ich bekomme zwar auch mit meiner EC-Karte Geld am Automaten, aber nur 2500 Yuan am Tag und solange nicht klar war, daß unsere chinesische Partnerfirma die Hotelrechnung direkt begleicht, mußte ich einplanen 12 mal zum Geldautomaten nebenan zu gehen. Für weitere Ausgaben hätte schlicht die Zeit nicht gereicht.
Also es wird Zeit, daß ich mal wieder nach Hause komme. Am 29.06 gegen 21:00 lande ich wieder in Hannover.
Gluß
Jöln
Donnerstag, 6. Dezember 2007
ChangChung, 28.05.2005
Hallo liebe Fleunde,
heute ist mir mal der Klagen geplatzt. Ich habe vom Fitnesscentel aus die attlaktive Assintent-Managelin in den hoteleigenen "Fitness-Club" kommen lassen, um ihl zu zeigen, was alles zu lepalielen ist:
- das eine Ergometer hat überhaupt keinen Tretwiderstand,
- das andere gewinnt nachdem ich es nach meiner ersten Beschwerde zwei Wochen benutzen konnte jetzt nach kurzem Antritt einen derartigen Tretwiderstand, daß selbst ich im stehen nicht gegen an komme.
- den Ellipsentrainer habe ich schon selber repariert.
- das Rudergerät hatte bereits eine gebrochene Fußplatte. Schon eine Woche bevor eines der Laufräder unter dem Rollsitz endgültig verloren ging, habe ich einen der ständig anwesenden Fitneß-Assistenten darauf aufmerksam gemacht, daß das Rad gebrochen ist.
- An der Kraftmaschine, die ich nur aus Neugier mal angefaßt habe, fand ich beim ersten Mal an einer der beiden Gewichtbatterien einen angeleinten Haltebolzen, auf der anderen Seite an der anderen Gewichtaufhängung nur die Leine, was aber darauf schließen läßt, das dort auch mal ein Bolzen war. Um auch die andere Seite mal auszuprobieren, habe ich den noch vorhandenen Bolzen von der Leine gelöst und auf der anderen Seite reingesteckt. Anstatt den fehlenden Bolzen durch einen alten Schraubendreher zu ersetzen, hat man in der Zwischenzeit nur die beiden Leinen entfernt. Das war wohl billiger.
Meine Wunsch, man möge doch nur die riesige flackernde Leuchtreklame "Fitneß-Club" auf der Fassade des Maxcourt-Hotels auszuschalten, das sei die billigste Lösung.
Was mich aber am meisten ärgert, ständig sitzt dort ein "Fitneß-Assistent" und sieht fern, ich war schon mal kurz davor Ihn rauszuschmeißen, als ich vor ihm auf der Rudermaschine schwitzte und er über mich hinweg sah. Jedesmal, wenn ich alle zwei Tage auf das funktionierende Ergometer stieg, war der Sattel auf der niedrigsten Position. Da der Tretwiderstand vorher schon relativ kräftig war, glaube ich nicht daß eine kleinere Frau den Sattel ständig herunterstellt. Es ist eher die bequemste Position vor dem davor aufgehängten Fernseher.
Bevor ich das erste mal ganz höflich (das war ich heute natürlich auch) gefragt hatte, ob die kaputten Ergometer repariert werden, da wußten die "Fitneß-Assistenten" schon seit wenigstens zwei Wochen, als ich das erste Mal da war (natürlich schon viel länger), daß die Ergometer kaputt sind. Nach dem Einsetzen einer Batterie konnte man wenigstens eines vorrübergehend benutzen. Eigentlich haben die Fitneß-Assistenten ein Super-Leben, kaum jemand im Fitneßraum (warum wohl), ich bin der einzige, der stört. Mit ein bißchen Wartung und Instandhaltung hätte das auch so bleiben können. Ich bin gespannt, ob ich den Fitneß-Assistenten wiedersehe. Kollegen hatten sich mal über einen Fahrer beklagt, der wurde nie wieder gesehen. Deswegen habe ich mich bisher auch zurückgehalten.
Nebenan ist das Shangri-La, keine 100 m weiter, mit Schwimmbad und sicherlich Top-Fitneßraum, das erste Haus am Platz. Dort steigen unsere Geschäftsführer und Prokuristen ab und wie ich durch Zufall gehört habe, wohl letzte Woche auch Herr S., der eigentliche Eigentümer des Unternehmens. Ich nehme mal an, Herr S. wußte wahrscheinlich gar nicht, daß eine seiner niederen Chargen auch in ChangChun weilt. Ich habe noch einen chinesischen Kollegen, von dem die Geschäftsleitung bis diese Woche dachte, er sei zusammen mit mir in Changchun, aber hier ist er schon vor vier Wochen abgereist. Er wohnt halt in Peking, dort haben wir ein Büro, aber keine Niederlassung, auch ein schönes Leben. Wie auch immer, ich vermisse ihn nicht. Als allerdings Herr S. hier war, da kam er eigens aus Peking für einen Tag angeflogen, auch er hatte wohl keine Zeit gehabt, sich mit mir zu treffen oder Herrn S. mitzuteilen, daß im etwas billigeren Hotel nebenan noch jemand für seine Firma im gewissen Sinne Lebenszeit vergeudet. Diesen Vorgang nehme ich zur Kenntnis.
Womit ich nicht sagen will, daß es mir hier überhaupt nicht gefällt, aber Privatleben findet nicht statt. Kommunikation ist so gut wie unmöglich, außer einem von jungen Leuten und Wachleuten freundlich entgegengebrachten "Hello" gibt es keine Gespräche. Während ich das hier schreibe, klingelt gerade das Telefon, die Assistent-Mangerin läßt den für den Fitneßraum zuständigen Recreation-Manager sich am Telefon entschuldigen, da mein Englisch auch nicht das beste ist, eine äußerst mühsehlige Angelegenheit.
Eine Digitalkamera habe ich bisher auch u.a. auch deswegen nicht gekauft, weil es schwierig zu erfragen, was eine Canon EOS 350 D ohne Objektiv kostet, Objektive habe ich. Es gibt Verkäuferinnen die fliehen, wenn ich mich Ihrem Tresen nähere. Sie wissen, sie sprechen kein Englisch, ich kein Chinesisch, ich habe bisher allerdings auch noch keine Anstrengungen unternommen, es zu erlernen.
Im Hotel wird nur an der Rezeption Englisch gesprochen, die niedlichen Mädchen aus dem Frühstücksraum und Restaurant grüßen zwar in Englisch und Japanisch, aber über ihre Standardsätze hinaus und Wünsche die sie auch bei einem Stummen erkennen würden, geht es nicht hinaus. Vor den Mai-Feiertagen, als das Hotel ganz leer war, hatte ich eine nette Ratestunde mit vieren von Ihnen. Ich wollte mir eine Apfelsaftschorle mischen, um nicht jeden abend Bier zu trinken, zumindest nach dem mein Kollege aus Deutschland, mit dem ich die ersten zwei Wochen hier war, abgereist war. Also apple juice und sparkling water. "Do you mean cold water?" No. "Hot Water?" No, "Water with Ice?", "Vodka?". Schließlich brachte eine von ihnen eine kleine Flasche stilles Wasser Evian. Schon fast gut, das ganze nur in grün bitte. (Ich hatte in einem anderen Hotel eine Flasche Perrier gesehen). Schließlich hatte eine einen Geistesblitz und holte tatsächlich aus einer Abstellkammer vier kleine Flaschen Perrier. Ein Flasche ist dann so teuer wie das ganze Essen. Zu meinem Glück stand tatsächlich "sparkling mineral water" auf dem Etikett und einige haben das in ihr kleines Büchlein geschrieben.
Als ich ein andermal einen Erdbeermilchshake bestellte, kannten Sie die auf der englischen Karte stehenden strawberrys nicht. Hat wohl auch noch nie jemand bestellt. Da die Getränkekarte Abbildungen enthielt, konnten Sie mit der Karte erst an der Rezeption nachfragen was strawberrys und anschließend in der Küche, daß Erdbeeren aus sind. Es gäbe Banane. Zwei Tage später bestellen wir dann gleich je einen Bananenmilchshake, es kommt: Erdbeere.
Der Lager-Leiter im Logistikzentrum spricht in meinen Augen zwar so gut oder schlecht Englisch wie ich auch, aber sobald es um Fachthemen geht, läßt er sich übersetzen. Außerdem wurde mir noch eine junge Frau vorgestellt, die außer der Dolmetscherin auch noch übersetzen könne, die einzige im ganzen Lager, die englisch spräche. Mit Ihr konnte ich immerhin einen Witz machen, als sie mich fragte, wie lange ich schon in China sei. For 10 days now, and you? 24 Jahre. Alle sind sind hier sehr jung und kommen z.T. direkt von der Schule oder vom Land. Ein Mitarbeiter kostet hier im Jahr ca. 3600 €.
Ich war also ziemlich blöd, mir im Kaufhaus eine Badekappe für 120 Yuan ~ 12 € zu kaufen, als mir beim dritten Mal in der Schwimmhalle aufgefallen ist, daß ich der einzige ohne Badekappe bin. Allerdings hatte mich darauf niemand angesprochen, wahrscheinlich, weil ich dort eine Sensation bin. Oder hat jetzt jemand was anders gedacht? Beim ersten Mal wurde ich nicht in die Herrenumkleide eingelassen, sondern in den Keller der Schwimmhalle geleitet und habe dort für 20 Yuan ~ 2 € auch Zugang zu einer Sauna (ich werde mich hüten), sowie ein kleines Handtuch und eine Unterhose nebst Zahnbürste, Seife, Shampoo und Kamm erhalten, ich wollte eigentlich nur schwimmen. Beim zweiten Mal saß eine andere Kassiererin am Tresen und nach dem ich gesehen hatte, daß mein Vordermann nur einen 10 Yuan-Schein hingelegt hatte, habe ich auch nur 10 Yuan hingelegt. Mir wurde dann einiges erklärt, auf chinesisch, und anschließend auch aufgeschrieben, auch auf chinesisch. Am Ende gab die Kassiererin auf und ich durfte in die Herrenumkleide, schlagartig alles still, 15 – 20 Männer in allen Stadien der Be- und Entkleidung vor Ihren Spinden schauen mich an. Erst hatte ich beeinflußt durch zwei wenige Jahre alte Artikel von China-Korrespondenten gedacht, die Ursache sei in China weit verbreitete Fremdenfeindlichkeit und die Befürchtung ein lawei (meist mit Ausländer übersetzt, aber richtiger ein Nicht-Han-Chinese, schließt die eigenen Nationalen Minderheiten mit ein) würde Ihnen das Wasser verschmutzen. Mittlerweile glaube ich nur, daß es so was wohl hier noch nicht gegeben hat.
Nachdem ich noch ein zweites Mal in die Herrenumkleide durfte, haben die beiden Kassiererinnen sich wohl verständigt, an der Kasse oben kein Geld mehr von mir anzunehmen und ich füge mich darein und gehe jetzt immer gleich in den Keller. Den Grund kenne ich bis heute nicht, vermute aber, daß Ihnen einfach nur der Zustand der Herrenumkleide oben peinlich ist. Unten ist es deutlich sauberer und es werden einem auch die Schuhe in den Schrank gestellt und da ich jeden zweiten Tag hingehe, werde ich freundlich mit hello und good bye begrüßt und verabschiedet. Auf die Unterhose nebst Zubehör verzichte ich stets freundlich.
Woran man sich gewöhnen muß ist das die Türen von Toiletten (System mediterrane) nicht geschlossen werden und das mir von meiner Grundschullehrerin Frau Sigesmund abgewöhnte Geräusch des Hochziehens in der Nase, hier allerdings dann noch gefolgt vom spucken, auch auf der Rolltreppe im Kaufhaus oder dem mit Teppichboden ausglegten Gang im Kulturpalast. Für diesen Zweck stehen in der Schwimmhalle anstelle einer Überlaufrinnne manchmal am Ende einiger Bahnen Eimer bereit, kann man benutzen, muß man nicht. Badelatschen sind zu empfehlen. Anschnallgurte werden auch selten benutzt, neulich hatte ich mal im Taxi auf dem Rücksitz einen funktionierenden Gurt gefunden. Zum Fahrer mit dem umgelegten Gurt in der Hand: Hao, gut. Beim Aussteigen mit Blick auf Hemd: schmutzig.
Gluß
Jöln
Hallo liebe Fleunde,
heute ist mir mal der Klagen geplatzt. Ich habe vom Fitnesscentel aus die attlaktive Assintent-Managelin in den hoteleigenen "Fitness-Club" kommen lassen, um ihl zu zeigen, was alles zu lepalielen ist:
- das eine Ergometer hat überhaupt keinen Tretwiderstand,
- das andere gewinnt nachdem ich es nach meiner ersten Beschwerde zwei Wochen benutzen konnte jetzt nach kurzem Antritt einen derartigen Tretwiderstand, daß selbst ich im stehen nicht gegen an komme.
- den Ellipsentrainer habe ich schon selber repariert.
- das Rudergerät hatte bereits eine gebrochene Fußplatte. Schon eine Woche bevor eines der Laufräder unter dem Rollsitz endgültig verloren ging, habe ich einen der ständig anwesenden Fitneß-Assistenten darauf aufmerksam gemacht, daß das Rad gebrochen ist.
- An der Kraftmaschine, die ich nur aus Neugier mal angefaßt habe, fand ich beim ersten Mal an einer der beiden Gewichtbatterien einen angeleinten Haltebolzen, auf der anderen Seite an der anderen Gewichtaufhängung nur die Leine, was aber darauf schließen läßt, das dort auch mal ein Bolzen war. Um auch die andere Seite mal auszuprobieren, habe ich den noch vorhandenen Bolzen von der Leine gelöst und auf der anderen Seite reingesteckt. Anstatt den fehlenden Bolzen durch einen alten Schraubendreher zu ersetzen, hat man in der Zwischenzeit nur die beiden Leinen entfernt. Das war wohl billiger.
Meine Wunsch, man möge doch nur die riesige flackernde Leuchtreklame "Fitneß-Club" auf der Fassade des Maxcourt-Hotels auszuschalten, das sei die billigste Lösung.
Was mich aber am meisten ärgert, ständig sitzt dort ein "Fitneß-Assistent" und sieht fern, ich war schon mal kurz davor Ihn rauszuschmeißen, als ich vor ihm auf der Rudermaschine schwitzte und er über mich hinweg sah. Jedesmal, wenn ich alle zwei Tage auf das funktionierende Ergometer stieg, war der Sattel auf der niedrigsten Position. Da der Tretwiderstand vorher schon relativ kräftig war, glaube ich nicht daß eine kleinere Frau den Sattel ständig herunterstellt. Es ist eher die bequemste Position vor dem davor aufgehängten Fernseher.
Bevor ich das erste mal ganz höflich (das war ich heute natürlich auch) gefragt hatte, ob die kaputten Ergometer repariert werden, da wußten die "Fitneß-Assistenten" schon seit wenigstens zwei Wochen, als ich das erste Mal da war (natürlich schon viel länger), daß die Ergometer kaputt sind. Nach dem Einsetzen einer Batterie konnte man wenigstens eines vorrübergehend benutzen. Eigentlich haben die Fitneß-Assistenten ein Super-Leben, kaum jemand im Fitneßraum (warum wohl), ich bin der einzige, der stört. Mit ein bißchen Wartung und Instandhaltung hätte das auch so bleiben können. Ich bin gespannt, ob ich den Fitneß-Assistenten wiedersehe. Kollegen hatten sich mal über einen Fahrer beklagt, der wurde nie wieder gesehen. Deswegen habe ich mich bisher auch zurückgehalten.
Nebenan ist das Shangri-La, keine 100 m weiter, mit Schwimmbad und sicherlich Top-Fitneßraum, das erste Haus am Platz. Dort steigen unsere Geschäftsführer und Prokuristen ab und wie ich durch Zufall gehört habe, wohl letzte Woche auch Herr S., der eigentliche Eigentümer des Unternehmens. Ich nehme mal an, Herr S. wußte wahrscheinlich gar nicht, daß eine seiner niederen Chargen auch in ChangChun weilt. Ich habe noch einen chinesischen Kollegen, von dem die Geschäftsleitung bis diese Woche dachte, er sei zusammen mit mir in Changchun, aber hier ist er schon vor vier Wochen abgereist. Er wohnt halt in Peking, dort haben wir ein Büro, aber keine Niederlassung, auch ein schönes Leben. Wie auch immer, ich vermisse ihn nicht. Als allerdings Herr S. hier war, da kam er eigens aus Peking für einen Tag angeflogen, auch er hatte wohl keine Zeit gehabt, sich mit mir zu treffen oder Herrn S. mitzuteilen, daß im etwas billigeren Hotel nebenan noch jemand für seine Firma im gewissen Sinne Lebenszeit vergeudet. Diesen Vorgang nehme ich zur Kenntnis.
Womit ich nicht sagen will, daß es mir hier überhaupt nicht gefällt, aber Privatleben findet nicht statt. Kommunikation ist so gut wie unmöglich, außer einem von jungen Leuten und Wachleuten freundlich entgegengebrachten "Hello" gibt es keine Gespräche. Während ich das hier schreibe, klingelt gerade das Telefon, die Assistent-Mangerin läßt den für den Fitneßraum zuständigen Recreation-Manager sich am Telefon entschuldigen, da mein Englisch auch nicht das beste ist, eine äußerst mühsehlige Angelegenheit.
Eine Digitalkamera habe ich bisher auch u.a. auch deswegen nicht gekauft, weil es schwierig zu erfragen, was eine Canon EOS 350 D ohne Objektiv kostet, Objektive habe ich. Es gibt Verkäuferinnen die fliehen, wenn ich mich Ihrem Tresen nähere. Sie wissen, sie sprechen kein Englisch, ich kein Chinesisch, ich habe bisher allerdings auch noch keine Anstrengungen unternommen, es zu erlernen.
Im Hotel wird nur an der Rezeption Englisch gesprochen, die niedlichen Mädchen aus dem Frühstücksraum und Restaurant grüßen zwar in Englisch und Japanisch, aber über ihre Standardsätze hinaus und Wünsche die sie auch bei einem Stummen erkennen würden, geht es nicht hinaus. Vor den Mai-Feiertagen, als das Hotel ganz leer war, hatte ich eine nette Ratestunde mit vieren von Ihnen. Ich wollte mir eine Apfelsaftschorle mischen, um nicht jeden abend Bier zu trinken, zumindest nach dem mein Kollege aus Deutschland, mit dem ich die ersten zwei Wochen hier war, abgereist war. Also apple juice und sparkling water. "Do you mean cold water?" No. "Hot Water?" No, "Water with Ice?", "Vodka?". Schließlich brachte eine von ihnen eine kleine Flasche stilles Wasser Evian. Schon fast gut, das ganze nur in grün bitte. (Ich hatte in einem anderen Hotel eine Flasche Perrier gesehen). Schließlich hatte eine einen Geistesblitz und holte tatsächlich aus einer Abstellkammer vier kleine Flaschen Perrier. Ein Flasche ist dann so teuer wie das ganze Essen. Zu meinem Glück stand tatsächlich "sparkling mineral water" auf dem Etikett und einige haben das in ihr kleines Büchlein geschrieben.
Als ich ein andermal einen Erdbeermilchshake bestellte, kannten Sie die auf der englischen Karte stehenden strawberrys nicht. Hat wohl auch noch nie jemand bestellt. Da die Getränkekarte Abbildungen enthielt, konnten Sie mit der Karte erst an der Rezeption nachfragen was strawberrys und anschließend in der Küche, daß Erdbeeren aus sind. Es gäbe Banane. Zwei Tage später bestellen wir dann gleich je einen Bananenmilchshake, es kommt: Erdbeere.
Der Lager-Leiter im Logistikzentrum spricht in meinen Augen zwar so gut oder schlecht Englisch wie ich auch, aber sobald es um Fachthemen geht, läßt er sich übersetzen. Außerdem wurde mir noch eine junge Frau vorgestellt, die außer der Dolmetscherin auch noch übersetzen könne, die einzige im ganzen Lager, die englisch spräche. Mit Ihr konnte ich immerhin einen Witz machen, als sie mich fragte, wie lange ich schon in China sei. For 10 days now, and you? 24 Jahre. Alle sind sind hier sehr jung und kommen z.T. direkt von der Schule oder vom Land. Ein Mitarbeiter kostet hier im Jahr ca. 3600 €.
Ich war also ziemlich blöd, mir im Kaufhaus eine Badekappe für 120 Yuan ~ 12 € zu kaufen, als mir beim dritten Mal in der Schwimmhalle aufgefallen ist, daß ich der einzige ohne Badekappe bin. Allerdings hatte mich darauf niemand angesprochen, wahrscheinlich, weil ich dort eine Sensation bin. Oder hat jetzt jemand was anders gedacht? Beim ersten Mal wurde ich nicht in die Herrenumkleide eingelassen, sondern in den Keller der Schwimmhalle geleitet und habe dort für 20 Yuan ~ 2 € auch Zugang zu einer Sauna (ich werde mich hüten), sowie ein kleines Handtuch und eine Unterhose nebst Zahnbürste, Seife, Shampoo und Kamm erhalten, ich wollte eigentlich nur schwimmen. Beim zweiten Mal saß eine andere Kassiererin am Tresen und nach dem ich gesehen hatte, daß mein Vordermann nur einen 10 Yuan-Schein hingelegt hatte, habe ich auch nur 10 Yuan hingelegt. Mir wurde dann einiges erklärt, auf chinesisch, und anschließend auch aufgeschrieben, auch auf chinesisch. Am Ende gab die Kassiererin auf und ich durfte in die Herrenumkleide, schlagartig alles still, 15 – 20 Männer in allen Stadien der Be- und Entkleidung vor Ihren Spinden schauen mich an. Erst hatte ich beeinflußt durch zwei wenige Jahre alte Artikel von China-Korrespondenten gedacht, die Ursache sei in China weit verbreitete Fremdenfeindlichkeit und die Befürchtung ein lawei (meist mit Ausländer übersetzt, aber richtiger ein Nicht-Han-Chinese, schließt die eigenen Nationalen Minderheiten mit ein) würde Ihnen das Wasser verschmutzen. Mittlerweile glaube ich nur, daß es so was wohl hier noch nicht gegeben hat.
Nachdem ich noch ein zweites Mal in die Herrenumkleide durfte, haben die beiden Kassiererinnen sich wohl verständigt, an der Kasse oben kein Geld mehr von mir anzunehmen und ich füge mich darein und gehe jetzt immer gleich in den Keller. Den Grund kenne ich bis heute nicht, vermute aber, daß Ihnen einfach nur der Zustand der Herrenumkleide oben peinlich ist. Unten ist es deutlich sauberer und es werden einem auch die Schuhe in den Schrank gestellt und da ich jeden zweiten Tag hingehe, werde ich freundlich mit hello und good bye begrüßt und verabschiedet. Auf die Unterhose nebst Zubehör verzichte ich stets freundlich.
Woran man sich gewöhnen muß ist das die Türen von Toiletten (System mediterrane) nicht geschlossen werden und das mir von meiner Grundschullehrerin Frau Sigesmund abgewöhnte Geräusch des Hochziehens in der Nase, hier allerdings dann noch gefolgt vom spucken, auch auf der Rolltreppe im Kaufhaus oder dem mit Teppichboden ausglegten Gang im Kulturpalast. Für diesen Zweck stehen in der Schwimmhalle anstelle einer Überlaufrinnne manchmal am Ende einiger Bahnen Eimer bereit, kann man benutzen, muß man nicht. Badelatschen sind zu empfehlen. Anschnallgurte werden auch selten benutzt, neulich hatte ich mal im Taxi auf dem Rücksitz einen funktionierenden Gurt gefunden. Zum Fahrer mit dem umgelegten Gurt in der Hand: Hao, gut. Beim Aussteigen mit Blick auf Hemd: schmutzig.
Gluß
Jöln
ChangChung 01.05.2005
Hallo liebe Fleunde,
Ich bin jetzt seit zwei Wochen in ChangChun und kann jetzt nach intensivel Beschäftigung mit Email-Konten bei Schnellecke.com und Web.de und IP-Adlessen bei FAW, im Hotel und Schnellecke.com, Email nicht nul empfangen, sondeln auch an außelhalb des Schnellecke-Netzes senden.
Bisher gefällt es mir ausgesprochen gut, seit Mittwoch nachmittags ist die Montageline im Werk 2 angehalten worden, die beginnende Woche ist Urlaubswoche in China und wegen des Bora-Anlaufes bleibt die Montageline bis zum 18.05. stehen. So was wird alles kurzfristig entschieden. Außerdem gab es bereits einen Tag Produktionsstillstand, weil es reingeregnet hat. Trotzdem habe ich hier schon was geleistet unserem Partnerunternehmen, an dem Schnellecke sich beteiligen will, erklärt, wie die Buchungsprozesse im SAP-System funktionieren bzw. warum nicht. Die Inventur die wir daraufhin am Freitag gemacht haben dürfte als Ergebnis haben, daß Material für ca. 2 Produktionswochen fehlt. Und ob die Container auf dem Hof noch alle voll sind, wer weiß? Englisch kann man nicht voraussetzen, jede Angabe zu einem Sachverhalt, muß überprüft werden, oft ist es völlig anders. Meine Erkenntnisse zu dem Sollablauf im SAP-System beruhen auf reinem Selbststudium von Buchungssätzen.
Ansonsten war ich schon zwei mal Schwimmen, da spricht dann überhaupt keiner deutsch, gescheige denn englisch. Ich wünschte mir, das Wasser schmeckte nach Chlor, aber bisher habe ich es prollemlos überstanden. Im weißen Kittel wird die Wasserqualität gemessen, aber es ist relativ trübe. Schwimmhallen gibt es in ChangChun wohl genug, aber es ist schwierig sie zu finden, sie sind im Stadtplan nicht eingetragen. Drei weiter Hallen, die ich mir anschauen möchte, habe ich noch auf meiner Liste. Der Stadtplan enthält auch keine Straßennamen. Ich orientiere mich am Stand der Sonne, wenn sie scheint und zentralen Plätzen die ich wiedererkenne und finde so auch quer durch die Stadt zum Hotel zurück.
Canon Spieglereflex-Kameras sind hier nicht viel günstiger als in Deutschland, aber ein neues Modell, das vor meiner Abreise in Deutschland noch nicht im Handel war (Canon EOS 350D) gibt es hier in allen Kaufhäusern, also gut, daß ich mir vorher nicht die doppelt so teure EOS 20D (mit gleichem ca. 8 Mio. Pixel-chip) gekauft habe.
Für Aufnahmen vom Straßenverkehr oder für das Fahren mit öffentlichen Bussen wäre allerdings eine Filmkamera besser geeignet. Selbst mit meinen 7 Punkten in Flensburg (es waren schon mal 13) fühle ich mich dem Straßenverkehr hier nicht gewachsen, im Gegensatz zu Mexico oder Brasilien. Obwohl, es passiert relativ wenig, dennoch als Fußgänger ist man völlig ohne Rechte, wenn auch an den zahlreichen Zebrastreifen eigentlich die gleichen Regeln wie in Deutschland gelten. Die Wahrscheinlichkeit hier angefahren zu werden, halte ich für relativ groß. Auch in den Autos gibt es auf den hinteren Plätzen keine Anschnallgurte oder sie funktionieren nicht. Aufgrund der Verkehrsdichte und es Zustandes der frostgeschädigten Straßen ist aber zumindest im Stadtbereich die Durchschnittsgeschwindigkeit relativ gering, aber in der Nähe von FAW mit Tempo 100 auf der Gegenfahrbahn, dazu Radfahrer (auch ohne Rechte), Eselskarren, schwere LKW und Busse (sehr viele Rechte), Baustellen mit Umfahrung auf der Gegenfahrbahn aber ohne Hütchen oder Linien, das spräche für ein Hotel näher bei FAW als in der Innensstadt. Die ständige Hup-Kulisse hält auch nachts nur leicht abgemindert an.
Der Verkehr ist der einzige Punkt der mir mich hier stört. Ansonsten ist es sehr windig und sehr staubig, es knirscht auf den Zähnen und reibt unter den Augenlidern. Auf der Anreise habe ich mich bei 18 C gefragt, ob es richtig war die Wachsjacke und ein Fließ mitzunehmen. Es war richtig für die erste Woche. Gestern war es hingegen drückend warm, heute wieder relativ kühl und windig.
Heute war ich mit meinem Kollegen Nils am Kaiserpalast (Pu Yi), obwohl es ein ganz schönes Stück war, sind wir zu Fuß gegangen, man sieht einfach mehr als aus dem Taxi und das Leben am Rande der Stadt und der Schwerindustrie findet in kleinen Hütten statt, das Handwerk auf der Straße davor (in Brasilien würde ich mich in so ein Viertel nicht hineintrauen, hier mache ich mir keine Gedanken), während in der Innenstadt überall neue Hochhäuser wachsen. Wir sind dann von hinten über ein Bahngleis und eine Baustelle zum Palast.
Auch heute am 1. Mai, Feiertag der Arbeiterklasse, haben alle Läden auf und in den ärmeren Wohnvierteln sind Märkte und Flohmärkte, auf denen man auffällig viel Werkzeug kaufen kann, auch Pressen und Fräsmaschienen. Als Langnase wird einem hier noch nachgeschaut, insbesondere Nils mit seinen 1,97 m erregt aufsehen und darf häufiger mal für ein gemeinsamens Photo posieren. Ansonsten sind die jungen Chinesen im Durchschnitt auch nicht viel kleiner als ich es bin. Vom Typus her sind die Leute hier allerdings keine Han-Chinesen sondern sehen mehr mongolisch aus oder wie man Leute in Russland zu treffen erwartet.
Gestern als es so heiß war und ich schon schweißdurchnäßt unter dem Rucksack an der Schwimmhalle ankam bin ich nach dem Schwimmen für 13 Yuan mit dem Taxi zum Hotel zurückgefahren (das der Taxifahrer nicht den kürzesten Weg nahm, habe ich aufgrund meiner vorherigen Fußexpedition und des Stadplanes sofort beim losfahren erkannt, konnte oder besser traute mir es ihm nicht zu sagen, wahrscheinlich hätte er es verstanden und ich hätte ca. 3 Yuan ~ 0,30 € gespart), auf dem Hinweg habe ich aber auch ca. 4 – 8 Yuan an Frauen z.T. mit Kindern bezahlt, die sich mit einer Schüssel in der Hand vor einem auf die Knie werfen. Einige der Scheine die ich für 2 Yuan-Scheine hielt, waren aber wohl 0,20 Yuan-Scheine, es steht aber auch 2 (Jao?) drauf.
Daß ich nicht nach vier Wochen zurückkomme, das haben meine Vorgesetzten schon vor der Abreise gewußt, obwohl ich natürlich sagen könnte, das ich zurückreise. Meine Aufgabenstellung war von Deutschland aus relativ unklar, außer das ich operativ tätig werden soll (ich bin Theoretiker). Am ersten Tag habe ich daher die Lage gesichtet und einen operativ starken Kollegen in Dresden angerufen. Der hat mir gesagt was ich zu tun habe. Das habe ich dann am nächsten Tag bei der Geschäftsleitung unseres chinesischen Partners vorgetragen. Mir wurde ungefragt angeboten mein Visum zu verlängern, und man wisse wie es für einen Mann allein im Ausland sei, auch da könne man etwas für mich tun. Weil ich sagte, ich brauche für diese Aufgabe drei Monate (in Dresden haben wir dafür drei Monate gebraucht) erwartete man von mir die Zusage drei Monate ohne Unterbrechung zu bleiben. Insgesamt wird es wahrscheinlich länger. An salutierende Wachleute in der Firma und gebügelte Hemden im Hotel kann ich mich gewöhnen (18 Yuan ~ 1,80 €).
Auch an das Essen mit Stäbchen habe ich mich gewöhnt, es macht sogar richtig Spaß. Ich hatte erst vor einigen Monaten bei einem Japaner Sushi auf Anhieb fehlerfrei mit Stäbchen gegessen, aber ich hatte vergessen, wie ich die Stäbchen gehalten hatte. Jetzt hatte ich als erstes ein Nudelgericht, noch dazu glatte Stäbchen. Als erstes brachte mir die Bedienung ungefragt rauhe Stäbchen, dann aus Mitleid eine Gabel. Am nächsten Tag habe ich analysiert, wie es die Chinesen machen und am übernächsten Tag bei einem Geschäftsessen mit einem anderen potentiellen Partner habe ich die Geschichte von den Nudeln als Anekdote zum besten gegeben und durfte natürlich dort noch mal die Nudeln probieren (ohne Probleme) und den Schnaps, ich habe auch noch getrunken als der Gastgeber nur noch genippt hat, bin aber nach der ersten Vase auf Bier umgestiegen, während anwesende Frauen auch noch eine zweite Vase Schnaps getrunken haben. Ich hoffe, daß wird nicht öfter notwendig.
Leider sind beide Ergometer im Fitnessraum des Hotels kaputt und ein Fitnesstudio noch nicht gefunden. Ob sich ein Volk von Fahradfahrern für Spinning interessiert?
Ansonsten interessieren sie sich für alles, eine Besprechung die ich erwartete alleine mit dem Abteilungsleiter Produktionscontrolling (des Logistikuntenehmens) zu führen hatte ca. 8 Teilnehmer. Das wußte ich im Prinzip zwar vorher schon, aber daß es tatsächlich so kommt, hatte ich nicht gedacht. Im Lagerbereich scharen sich um jeden PC 2 – 4 Personen, an Personal mangelt es nicht. Zur üblichen Geschäftsausstattung im Restaurant oder auch beim Friseur gehört eine Kraft, die an der Tür wartet, diese aufhält und grüßt. Menschen überall.
Gluß
Jöln
PS: Wenn ich mir lieber einen kleinen handlichen digitalen Photoapparat mit ca. 5 Mio. Pixeln kaufen möchte, was für ein Modell würdet ihr mir empfehlen?
Hallo liebe Fleunde,
Ich bin jetzt seit zwei Wochen in ChangChun und kann jetzt nach intensivel Beschäftigung mit Email-Konten bei Schnellecke.com und Web.de und IP-Adlessen bei FAW, im Hotel und Schnellecke.com, Email nicht nul empfangen, sondeln auch an außelhalb des Schnellecke-Netzes senden.
Bisher gefällt es mir ausgesprochen gut, seit Mittwoch nachmittags ist die Montageline im Werk 2 angehalten worden, die beginnende Woche ist Urlaubswoche in China und wegen des Bora-Anlaufes bleibt die Montageline bis zum 18.05. stehen. So was wird alles kurzfristig entschieden. Außerdem gab es bereits einen Tag Produktionsstillstand, weil es reingeregnet hat. Trotzdem habe ich hier schon was geleistet unserem Partnerunternehmen, an dem Schnellecke sich beteiligen will, erklärt, wie die Buchungsprozesse im SAP-System funktionieren bzw. warum nicht. Die Inventur die wir daraufhin am Freitag gemacht haben dürfte als Ergebnis haben, daß Material für ca. 2 Produktionswochen fehlt. Und ob die Container auf dem Hof noch alle voll sind, wer weiß? Englisch kann man nicht voraussetzen, jede Angabe zu einem Sachverhalt, muß überprüft werden, oft ist es völlig anders. Meine Erkenntnisse zu dem Sollablauf im SAP-System beruhen auf reinem Selbststudium von Buchungssätzen.
Ansonsten war ich schon zwei mal Schwimmen, da spricht dann überhaupt keiner deutsch, gescheige denn englisch. Ich wünschte mir, das Wasser schmeckte nach Chlor, aber bisher habe ich es prollemlos überstanden. Im weißen Kittel wird die Wasserqualität gemessen, aber es ist relativ trübe. Schwimmhallen gibt es in ChangChun wohl genug, aber es ist schwierig sie zu finden, sie sind im Stadtplan nicht eingetragen. Drei weiter Hallen, die ich mir anschauen möchte, habe ich noch auf meiner Liste. Der Stadtplan enthält auch keine Straßennamen. Ich orientiere mich am Stand der Sonne, wenn sie scheint und zentralen Plätzen die ich wiedererkenne und finde so auch quer durch die Stadt zum Hotel zurück.
Canon Spieglereflex-Kameras sind hier nicht viel günstiger als in Deutschland, aber ein neues Modell, das vor meiner Abreise in Deutschland noch nicht im Handel war (Canon EOS 350D) gibt es hier in allen Kaufhäusern, also gut, daß ich mir vorher nicht die doppelt so teure EOS 20D (mit gleichem ca. 8 Mio. Pixel-chip) gekauft habe.
Für Aufnahmen vom Straßenverkehr oder für das Fahren mit öffentlichen Bussen wäre allerdings eine Filmkamera besser geeignet. Selbst mit meinen 7 Punkten in Flensburg (es waren schon mal 13) fühle ich mich dem Straßenverkehr hier nicht gewachsen, im Gegensatz zu Mexico oder Brasilien. Obwohl, es passiert relativ wenig, dennoch als Fußgänger ist man völlig ohne Rechte, wenn auch an den zahlreichen Zebrastreifen eigentlich die gleichen Regeln wie in Deutschland gelten. Die Wahrscheinlichkeit hier angefahren zu werden, halte ich für relativ groß. Auch in den Autos gibt es auf den hinteren Plätzen keine Anschnallgurte oder sie funktionieren nicht. Aufgrund der Verkehrsdichte und es Zustandes der frostgeschädigten Straßen ist aber zumindest im Stadtbereich die Durchschnittsgeschwindigkeit relativ gering, aber in der Nähe von FAW mit Tempo 100 auf der Gegenfahrbahn, dazu Radfahrer (auch ohne Rechte), Eselskarren, schwere LKW und Busse (sehr viele Rechte), Baustellen mit Umfahrung auf der Gegenfahrbahn aber ohne Hütchen oder Linien, das spräche für ein Hotel näher bei FAW als in der Innensstadt. Die ständige Hup-Kulisse hält auch nachts nur leicht abgemindert an.
Der Verkehr ist der einzige Punkt der mir mich hier stört. Ansonsten ist es sehr windig und sehr staubig, es knirscht auf den Zähnen und reibt unter den Augenlidern. Auf der Anreise habe ich mich bei 18 C gefragt, ob es richtig war die Wachsjacke und ein Fließ mitzunehmen. Es war richtig für die erste Woche. Gestern war es hingegen drückend warm, heute wieder relativ kühl und windig.
Heute war ich mit meinem Kollegen Nils am Kaiserpalast (Pu Yi), obwohl es ein ganz schönes Stück war, sind wir zu Fuß gegangen, man sieht einfach mehr als aus dem Taxi und das Leben am Rande der Stadt und der Schwerindustrie findet in kleinen Hütten statt, das Handwerk auf der Straße davor (in Brasilien würde ich mich in so ein Viertel nicht hineintrauen, hier mache ich mir keine Gedanken), während in der Innenstadt überall neue Hochhäuser wachsen. Wir sind dann von hinten über ein Bahngleis und eine Baustelle zum Palast.
Auch heute am 1. Mai, Feiertag der Arbeiterklasse, haben alle Läden auf und in den ärmeren Wohnvierteln sind Märkte und Flohmärkte, auf denen man auffällig viel Werkzeug kaufen kann, auch Pressen und Fräsmaschienen. Als Langnase wird einem hier noch nachgeschaut, insbesondere Nils mit seinen 1,97 m erregt aufsehen und darf häufiger mal für ein gemeinsamens Photo posieren. Ansonsten sind die jungen Chinesen im Durchschnitt auch nicht viel kleiner als ich es bin. Vom Typus her sind die Leute hier allerdings keine Han-Chinesen sondern sehen mehr mongolisch aus oder wie man Leute in Russland zu treffen erwartet.
Gestern als es so heiß war und ich schon schweißdurchnäßt unter dem Rucksack an der Schwimmhalle ankam bin ich nach dem Schwimmen für 13 Yuan mit dem Taxi zum Hotel zurückgefahren (das der Taxifahrer nicht den kürzesten Weg nahm, habe ich aufgrund meiner vorherigen Fußexpedition und des Stadplanes sofort beim losfahren erkannt, konnte oder besser traute mir es ihm nicht zu sagen, wahrscheinlich hätte er es verstanden und ich hätte ca. 3 Yuan ~ 0,30 € gespart), auf dem Hinweg habe ich aber auch ca. 4 – 8 Yuan an Frauen z.T. mit Kindern bezahlt, die sich mit einer Schüssel in der Hand vor einem auf die Knie werfen. Einige der Scheine die ich für 2 Yuan-Scheine hielt, waren aber wohl 0,20 Yuan-Scheine, es steht aber auch 2 (Jao?) drauf.
Daß ich nicht nach vier Wochen zurückkomme, das haben meine Vorgesetzten schon vor der Abreise gewußt, obwohl ich natürlich sagen könnte, das ich zurückreise. Meine Aufgabenstellung war von Deutschland aus relativ unklar, außer das ich operativ tätig werden soll (ich bin Theoretiker). Am ersten Tag habe ich daher die Lage gesichtet und einen operativ starken Kollegen in Dresden angerufen. Der hat mir gesagt was ich zu tun habe. Das habe ich dann am nächsten Tag bei der Geschäftsleitung unseres chinesischen Partners vorgetragen. Mir wurde ungefragt angeboten mein Visum zu verlängern, und man wisse wie es für einen Mann allein im Ausland sei, auch da könne man etwas für mich tun. Weil ich sagte, ich brauche für diese Aufgabe drei Monate (in Dresden haben wir dafür drei Monate gebraucht) erwartete man von mir die Zusage drei Monate ohne Unterbrechung zu bleiben. Insgesamt wird es wahrscheinlich länger. An salutierende Wachleute in der Firma und gebügelte Hemden im Hotel kann ich mich gewöhnen (18 Yuan ~ 1,80 €).
Auch an das Essen mit Stäbchen habe ich mich gewöhnt, es macht sogar richtig Spaß. Ich hatte erst vor einigen Monaten bei einem Japaner Sushi auf Anhieb fehlerfrei mit Stäbchen gegessen, aber ich hatte vergessen, wie ich die Stäbchen gehalten hatte. Jetzt hatte ich als erstes ein Nudelgericht, noch dazu glatte Stäbchen. Als erstes brachte mir die Bedienung ungefragt rauhe Stäbchen, dann aus Mitleid eine Gabel. Am nächsten Tag habe ich analysiert, wie es die Chinesen machen und am übernächsten Tag bei einem Geschäftsessen mit einem anderen potentiellen Partner habe ich die Geschichte von den Nudeln als Anekdote zum besten gegeben und durfte natürlich dort noch mal die Nudeln probieren (ohne Probleme) und den Schnaps, ich habe auch noch getrunken als der Gastgeber nur noch genippt hat, bin aber nach der ersten Vase auf Bier umgestiegen, während anwesende Frauen auch noch eine zweite Vase Schnaps getrunken haben. Ich hoffe, daß wird nicht öfter notwendig.
Leider sind beide Ergometer im Fitnessraum des Hotels kaputt und ein Fitnesstudio noch nicht gefunden. Ob sich ein Volk von Fahradfahrern für Spinning interessiert?
Ansonsten interessieren sie sich für alles, eine Besprechung die ich erwartete alleine mit dem Abteilungsleiter Produktionscontrolling (des Logistikuntenehmens) zu führen hatte ca. 8 Teilnehmer. Das wußte ich im Prinzip zwar vorher schon, aber daß es tatsächlich so kommt, hatte ich nicht gedacht. Im Lagerbereich scharen sich um jeden PC 2 – 4 Personen, an Personal mangelt es nicht. Zur üblichen Geschäftsausstattung im Restaurant oder auch beim Friseur gehört eine Kraft, die an der Tür wartet, diese aufhält und grüßt. Menschen überall.
Gluß
Jöln
PS: Wenn ich mir lieber einen kleinen handlichen digitalen Photoapparat mit ca. 5 Mio. Pixeln kaufen möchte, was für ein Modell würdet ihr mir empfehlen?
Montag, 8. Oktober 2007
Die Kreditkarte ist wieder da
Braunschweig, 23.06.2006
Hallo liebe Fleunde,
zul Ehlenlettung chinesischel Schwimmbadaufsehel muß ich bekennen, gesteln meine Kleditkalte wiedelgefunden zu haben, unter einem Buchdeckel, unter den die Karte sich wohl verkrochen hat, als ich vor der Metalldetektorkontrolle am Flughafen mein Portemonnaie in die Laptoptasche gesteckt oder vor dem Laufengehen es im Koffer verschlossen habe.
Der selbstverursachte Schaden beläuft sich somit auf 15 € für die Ersatzkarte.
Es kommt nichts weg in China.
Jörn
Hallo liebe Fleunde,
zul Ehlenlettung chinesischel Schwimmbadaufsehel muß ich bekennen, gesteln meine Kleditkalte wiedelgefunden zu haben, unter einem Buchdeckel, unter den die Karte sich wohl verkrochen hat, als ich vor der Metalldetektorkontrolle am Flughafen mein Portemonnaie in die Laptoptasche gesteckt oder vor dem Laufengehen es im Koffer verschlossen habe.
Der selbstverursachte Schaden beläuft sich somit auf 15 € für die Ersatzkarte.
Es kommt nichts weg in China.
Jörn
Dalian 21.05.2006
Hallo liebe Fleunde,
mal wieda in China, diesmal in Dalian, kein Abenteuel, der Stlaßenvelkehl ist hiel eulopäisch, sagen wir südeuropäisch, keine Kinder, die mich mit offenem Mund anstaunen, ich bin erst einmal fotografiert worden. Fahrradfahren wäre hier ohne weiteres möglich, (ich habe sogar einen Europäer auf einem Fahrrad gesehen), merkwürdigerweise tut es aber so gut wie niemand. Waren in Changchun schon die Autos in der Überzahl, sieht man hier so gut wie gar keine Fahrräder.
Eigentlich wohne ich in der Entwicklungszone von Dalian, ca. 40 km zur eigentlichen Stadt, die ist dann doch wieder ein Sechs-Millionen Moloch, größer, engere Straßenschluchten als in Changchun, je näher man an die Stadt herankommt, desto mehr nordchinesische Züge zeigt unser Fahrer und um so griechischer wird der Verkehr, aber immer noch disziplinierter als in ChangChun. Nach Dalian kann man auch ganz einfach mit der Hochbahn fahren, sowie in Hamburg auch, die Züge sind modern und sauber, nicht proppenvoll wie die Busse in Changchun, verwirrend ist nur das die Stationsnamen draußen in Pinjiu-Umschrift angegeben werden im Zug z.T. auf englisch übersetzt, also Hafen in chinesischer Umschrift oder Port. Bevor ich losgefahren bin habe ich eine Zeitlang auf dem Stadtplan die angegebene Zugrichtung "TODA LIAN" gesucht, bis das 10-Cent Stück fiel: "TO DALIAN". Da ich vornherein die beiden Endstationen als Fahrziel gewählt habe, also kein Abenteuer.
Hinter dem Hotel befindet sich ein Universitätsgelände, einmal drumherumgelaufen schon kann man einen recht ansehnlichen Berg Hochjoggen, das erregt allerdings bei einigen von den Hunderten die dort abends hinauf spazieren gehen oder chinesisch walken (Military-Style) Amüsement oder Erstaunen. Ebenso eine kurze Hose, die ich am Sonntag wider besseres Wissen getragen habe, obwohl ich am Tag vorher registriert habe, daß kein Chinese hier Shorts trägt. Mein chinesischer Kollege sagt, das sei hier noch zu kalt, vielleicht liegt es auch an den behaarten Beinen.
Sofern man nicht direkt am Meer im Wind steht, ist es angenehm warm und wie in Changchun füllen sich am Abend die zentralen Plätze, wo laute Musik gespielt wird, und in vielen kleinen Gruppen eine Art Federball mit den Füßen gespielt wird.
Hier in der Entwicklungszone ist natürlich alles neu gebaut, aber wenn man das Hotel anstatt nach vorne auf die Prachtstraße nach hinten verläßt, dann findet man doch wieder kleine Reparaturwerkstätten auf dem Kantstein, Mais auf gußeisernen Holzkohlegrills und den typischen strengen, manchmal süßlichen Geruch. Zum Begrüßungsbesäufnis ging es in ein auf traditionell getrimmtes Restaurant. Auf der Herrentoilette spült alles berührungslos, das traditionelle Element ist vor der eigentlichen Toilette die fehlende Tür.
Personal im Überfluß, im Hotel, den Restaurants, hinter jeder (!) der mit elektronischer Fahrkarte automatisch öffnenden Zugangs- und Ausgangsschranken der S-Bahn. Ich teile mir z.Zt. ein Büro mit zwei Mitarbeitern unseres Gemeinschaftsunternehmens hier in Dalian, von dem einen weiß ich immerhin, daß er englisch lernt, naja ich programmier ja auch Datenbanken während der Arbeitszeit.
Hierarchie ist hier leichter zu erkennen als in Changchun, weil es einen Fahrstuhl gibt, der dem lokalem Chef vorbehalten ist. Wohl weil ich Gast bin, hat mich ein chinesischer Kollege am ersten Tag in den Fahrstuhl bugsiert, just in dem Moment als der Partei-Sonstwas-Sekretär vorbeikam. Ohne Aufforderung "nur Mut" meines chinesisch sprechenden Kollegen hier vor Ort, wäre er nicht mehr eingestiegen. Am nächsten Tag, obwohl in Begleitung von zwei Europäern und unseres eigenen lokalen Niederlassungsleiters, der die Fahrstuhlregel sowieso ignoriert, weil er ja auch Chef ist, benutzt er lieber gleich die Treppe. Jetzt muß ich auch Fahrstuhl fahren, wenn ich mit meinem lokalen Niederlassungsleiter komme, damit es nicht so aussieht, als traue ich mich nicht.
Ein Drittel des Lagers steht voll Teilen von den entschieden werden muß, ob sie noch nachgearbeitet werden können und voll von offenkundigem Schrott, gebrauchte (!) vom Endkunden reklamierte Motorenteile, aber niemand traut sich zu entscheiden, die Teile zu verschrotten. Den Hypermarkt durch die Kassenreihe zu betreten wird freundlich verhindert, daß über eine Ausnahme entschieden wird, darf ich nicht erwarten, also einmal um den Markt herum, den richtigen Eingang benutzen. Der kürzeste Weg zwischen Büro und Lager geht durch die Kantine, der Plan sieht aber vor, den Haupteingang zu benutzen, jedesmal ca. 100 m mehr Wegstrecke.
Ich war auch wieder im Schwimmbad, empfohlen von unserem Fahrer, (wartet zusammen mit anderen Fahrern den ganzen Tag über vor dem Büro und steht auch abends zur Verfügung. Ich fahre allerdings lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Verständigung unmöglich, aber ich kenne ja schon das Prozedere aus ChangChun, Schloß, Badelatschen und Handtuch empfangen, eine Unterhose gibt es diesmal nicht. An nahezu jeder Ecke in dem verwinkelten Gebäude weist ein Mitarbeiter den Weg. Im Prinzip eine Art Badeland mit riesigem Saunabereich, einem Meerwasserschwimmbecken, 50 m mindestens , Restaurants, aber besserer Bausubstanz und Belüftung als in ChangChun und kaum Leuten im Wasser. In ChangChun habe ich umgerecht 0,80 € bezahlt bzw. als zwangsprivelegierter 2,- €. Hier zahle ich umgerechnet 3,90 €. Unsere Mitarbeiter kosten zwischen 1200,- (Zeitarbeiter) und 2400,- € (Angestellte) – im Jahr. Ich habe keinen von Ihnen hier getroffen. Es ist ja auch im Berufsverkehr eine Stunde Fahrt mit dem Auto, geradeaus und dann rechts. Auf der Autobahn/Schnellstraße fahren im Gegensatz zu ChangChun keine Pferdefuhrwerke mehr, hier fahren Gabelstapler.
Ein neues Portemonnaie zu kaufen, das kein Plagiat von BOSS oder DUNHILL sein soll, habe ich aufgegeben. Da kaufe ich mir lieber eins von LIDL, das kommt auch aus China.
Zuletzt wird hier auch nicht gespuckt wie in ChangChun, war dort das Geräusch des Schleimabsonderns aus den Nebenhöhlen allgegenwärtig, habe ich bisher hier erst bewußt einen rotzen gesehen und der hat auch nicht den Fußboden benutzt, sondern den Aschenbecher des Hotelfoyers, wahrscheinlich ein Reisender aus dem Binnenland.
Nach einer Woche Salat und Gemüse hatte ich mal Lust auf eine Pizza und machte mich in Dalian auf die Suche nach einem Pizza-Hut. Auch in einfachen Lokalen, (für uns einfach: eine Pizza mit Getränk ca. 7,50 €) geht das Geld mit der Bedienung zur Kasse und das Wechselgeld kommt zurückgelaufen. Diesmal hatte ich nach über 10 Minuten Warten bereits den Gedanken an eine Beschwerde verworfen, bei Wem und in welcher Sprache? Die Bedienung war nicht mehr da und wie hätte ich sie beschreiben sollen? Ich hatte mich also bereits damit abgefunden um ca. 2,40 € ärmer zu sein und wollte gerade gehen, da kam sie doch noch mit dem Wechselgeld und einem Muttertagsgeschenk. Man soll nicht zu früh schlecht über jemandem denken.
Außerdem bin ich Spezialist für Kreditkartenprobleme in China (letztes Jahr ist meine Kreditkarte während des Aufenthaltes abgelaufen): Jetzt habe ich beim Versuch ein Hotel in Peking zu reservieren das Fehlen meiner Kreditkarte festgestellt, vermutlich liegt sie entweder zu Hause oder ist im Schwimmbad abhanden gekommen. Jetzt denke ich schon wieder schlecht, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto fester wird meine Überzeugung vor dem Abflug mein Portemonnaie auf die Kreditkarte überprüft zu haben und sie bei der Ankunft im Hotel für die sonst üblich Gültigkeitsprüfung bereits in der Hand gehabt zu haben. Ich kann mich jedenfalls erinnern, daß ich sie wider erwarten nicht zu zeigen brauchte. Blöderweise fiel mir erst nach Betreten des Schwimmbades ein, das ich sie bei mir haben müßte und nicht im Hotel weggeschlossen habe wie ich es immer vor dem Schwimmen in ChangChun tat. Dabei beschlich mich das gleiche mulmige Gefühl, das mich vor eineinhalb Jahren veranlaßte nach meinem Fahrrad zu sehen. Ich war gar nicht überrascht, daß es weg war. Als ich jetzt noch mal meinen Rucksack kontrollierte, stellte ich fest, daß ich Idiot sogar ein eigenes Schloß dabei hatte. Und dieser Badetempel gibt sicherlich mehr Kreditkarten her als ein Volksbad in ChangChun. Was nicht gegen China spricht, in der TU-Sporthalle in Braunschweig sind mir aus dem verschlossen Spind, wahrscheinlich mit Nachschlüssel, auch bereits 120 € und 100 SFr abhanden gekommen, auch dort hatte ich dieses mulmige Gefühl, und zwischendurch meinen Spind kontrolliert.
Also Kreditkarte sperren lassen, Ich habe zwei Zeitungsausschnitte mit Sperrnummern in Deutschland bei mir:
1. Versuch bei Mastercard, Sprachcomputer, dann: "Diese Kartennummer wird nicht in unserem Hause geführt." Auf der Postbankseite finde ich im ersten Anlauf keine Telefonnummer.
2. Versuch., zentraler Sperrnotruf 116 116: Warteschleife, "Zur Postbank können wir Sie nicht verbinden", "Können Sie mir die Telephonnummer sagen", "Tut mir leid, die haben wir nicht", Wo kann ich die dann erhalten? "Vielleicht bei der Auskunft", Hier werde ich beim Auflegen schon unwirsch. Noch mal forschen auf der Postbankseite, dort finde ich jetzt die Nummer mit dem Hinweis, wenn die vom Sprachcomputer abgefragten Tasten nicht weiterhelfen, solle man "Berater" sagen.
Der Sprachcomputer des Sperrdienstes(!), erzählt mir von den neuesten Angeboten der Postbank. - "Berater" -
"Haben Sie ein Online-Konto?" - "Berater"
"Dann schicke ich Ihnen ein Antragsformular". - "BERATER!!!!!"
"Ich kann Sie leider nicht verstehen", - "BERATER DU ARSCHLOCH!!!!!!!!!!"
"Ich kann Sie leider nicht verstehen, ich gebe Sie an einen Berater."
So funktioniert der Sperrnotruf.
Vielleicht liegt die Kreditkarte, ja doch zu Haus oder die Haftung beschränkt sich wenigsten auf 50 €. Das Hotel in Peking verlangt die Kreditkartennummer für die Reservierung, weil ich so spät komme. Anderfalls wird das Zimmer ab 16 Uhr vergeben. Also zum Schluß vielleicht doch noch ein Abenteuer.
Gruß
Jörn
Hallo liebe Fleunde,
mal wieda in China, diesmal in Dalian, kein Abenteuel, der Stlaßenvelkehl ist hiel eulopäisch, sagen wir südeuropäisch, keine Kinder, die mich mit offenem Mund anstaunen, ich bin erst einmal fotografiert worden. Fahrradfahren wäre hier ohne weiteres möglich, (ich habe sogar einen Europäer auf einem Fahrrad gesehen), merkwürdigerweise tut es aber so gut wie niemand. Waren in Changchun schon die Autos in der Überzahl, sieht man hier so gut wie gar keine Fahrräder.
Eigentlich wohne ich in der Entwicklungszone von Dalian, ca. 40 km zur eigentlichen Stadt, die ist dann doch wieder ein Sechs-Millionen Moloch, größer, engere Straßenschluchten als in Changchun, je näher man an die Stadt herankommt, desto mehr nordchinesische Züge zeigt unser Fahrer und um so griechischer wird der Verkehr, aber immer noch disziplinierter als in ChangChun. Nach Dalian kann man auch ganz einfach mit der Hochbahn fahren, sowie in Hamburg auch, die Züge sind modern und sauber, nicht proppenvoll wie die Busse in Changchun, verwirrend ist nur das die Stationsnamen draußen in Pinjiu-Umschrift angegeben werden im Zug z.T. auf englisch übersetzt, also Hafen in chinesischer Umschrift oder Port. Bevor ich losgefahren bin habe ich eine Zeitlang auf dem Stadtplan die angegebene Zugrichtung "TODA LIAN" gesucht, bis das 10-Cent Stück fiel: "TO DALIAN". Da ich vornherein die beiden Endstationen als Fahrziel gewählt habe, also kein Abenteuer.
Hinter dem Hotel befindet sich ein Universitätsgelände, einmal drumherumgelaufen schon kann man einen recht ansehnlichen Berg Hochjoggen, das erregt allerdings bei einigen von den Hunderten die dort abends hinauf spazieren gehen oder chinesisch walken (Military-Style) Amüsement oder Erstaunen. Ebenso eine kurze Hose, die ich am Sonntag wider besseres Wissen getragen habe, obwohl ich am Tag vorher registriert habe, daß kein Chinese hier Shorts trägt. Mein chinesischer Kollege sagt, das sei hier noch zu kalt, vielleicht liegt es auch an den behaarten Beinen.
Sofern man nicht direkt am Meer im Wind steht, ist es angenehm warm und wie in Changchun füllen sich am Abend die zentralen Plätze, wo laute Musik gespielt wird, und in vielen kleinen Gruppen eine Art Federball mit den Füßen gespielt wird.
Hier in der Entwicklungszone ist natürlich alles neu gebaut, aber wenn man das Hotel anstatt nach vorne auf die Prachtstraße nach hinten verläßt, dann findet man doch wieder kleine Reparaturwerkstätten auf dem Kantstein, Mais auf gußeisernen Holzkohlegrills und den typischen strengen, manchmal süßlichen Geruch. Zum Begrüßungsbesäufnis ging es in ein auf traditionell getrimmtes Restaurant. Auf der Herrentoilette spült alles berührungslos, das traditionelle Element ist vor der eigentlichen Toilette die fehlende Tür.
Personal im Überfluß, im Hotel, den Restaurants, hinter jeder (!) der mit elektronischer Fahrkarte automatisch öffnenden Zugangs- und Ausgangsschranken der S-Bahn. Ich teile mir z.Zt. ein Büro mit zwei Mitarbeitern unseres Gemeinschaftsunternehmens hier in Dalian, von dem einen weiß ich immerhin, daß er englisch lernt, naja ich programmier ja auch Datenbanken während der Arbeitszeit.
Hierarchie ist hier leichter zu erkennen als in Changchun, weil es einen Fahrstuhl gibt, der dem lokalem Chef vorbehalten ist. Wohl weil ich Gast bin, hat mich ein chinesischer Kollege am ersten Tag in den Fahrstuhl bugsiert, just in dem Moment als der Partei-Sonstwas-Sekretär vorbeikam. Ohne Aufforderung "nur Mut" meines chinesisch sprechenden Kollegen hier vor Ort, wäre er nicht mehr eingestiegen. Am nächsten Tag, obwohl in Begleitung von zwei Europäern und unseres eigenen lokalen Niederlassungsleiters, der die Fahrstuhlregel sowieso ignoriert, weil er ja auch Chef ist, benutzt er lieber gleich die Treppe. Jetzt muß ich auch Fahrstuhl fahren, wenn ich mit meinem lokalen Niederlassungsleiter komme, damit es nicht so aussieht, als traue ich mich nicht.
Ein Drittel des Lagers steht voll Teilen von den entschieden werden muß, ob sie noch nachgearbeitet werden können und voll von offenkundigem Schrott, gebrauchte (!) vom Endkunden reklamierte Motorenteile, aber niemand traut sich zu entscheiden, die Teile zu verschrotten. Den Hypermarkt durch die Kassenreihe zu betreten wird freundlich verhindert, daß über eine Ausnahme entschieden wird, darf ich nicht erwarten, also einmal um den Markt herum, den richtigen Eingang benutzen. Der kürzeste Weg zwischen Büro und Lager geht durch die Kantine, der Plan sieht aber vor, den Haupteingang zu benutzen, jedesmal ca. 100 m mehr Wegstrecke.
Ich war auch wieder im Schwimmbad, empfohlen von unserem Fahrer, (wartet zusammen mit anderen Fahrern den ganzen Tag über vor dem Büro und steht auch abends zur Verfügung. Ich fahre allerdings lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Verständigung unmöglich, aber ich kenne ja schon das Prozedere aus ChangChun, Schloß, Badelatschen und Handtuch empfangen, eine Unterhose gibt es diesmal nicht. An nahezu jeder Ecke in dem verwinkelten Gebäude weist ein Mitarbeiter den Weg. Im Prinzip eine Art Badeland mit riesigem Saunabereich, einem Meerwasserschwimmbecken, 50 m mindestens , Restaurants, aber besserer Bausubstanz und Belüftung als in ChangChun und kaum Leuten im Wasser. In ChangChun habe ich umgerecht 0,80 € bezahlt bzw. als zwangsprivelegierter 2,- €. Hier zahle ich umgerechnet 3,90 €. Unsere Mitarbeiter kosten zwischen 1200,- (Zeitarbeiter) und 2400,- € (Angestellte) – im Jahr. Ich habe keinen von Ihnen hier getroffen. Es ist ja auch im Berufsverkehr eine Stunde Fahrt mit dem Auto, geradeaus und dann rechts. Auf der Autobahn/Schnellstraße fahren im Gegensatz zu ChangChun keine Pferdefuhrwerke mehr, hier fahren Gabelstapler.
Ein neues Portemonnaie zu kaufen, das kein Plagiat von BOSS oder DUNHILL sein soll, habe ich aufgegeben. Da kaufe ich mir lieber eins von LIDL, das kommt auch aus China.
Zuletzt wird hier auch nicht gespuckt wie in ChangChun, war dort das Geräusch des Schleimabsonderns aus den Nebenhöhlen allgegenwärtig, habe ich bisher hier erst bewußt einen rotzen gesehen und der hat auch nicht den Fußboden benutzt, sondern den Aschenbecher des Hotelfoyers, wahrscheinlich ein Reisender aus dem Binnenland.
Nach einer Woche Salat und Gemüse hatte ich mal Lust auf eine Pizza und machte mich in Dalian auf die Suche nach einem Pizza-Hut. Auch in einfachen Lokalen, (für uns einfach: eine Pizza mit Getränk ca. 7,50 €) geht das Geld mit der Bedienung zur Kasse und das Wechselgeld kommt zurückgelaufen. Diesmal hatte ich nach über 10 Minuten Warten bereits den Gedanken an eine Beschwerde verworfen, bei Wem und in welcher Sprache? Die Bedienung war nicht mehr da und wie hätte ich sie beschreiben sollen? Ich hatte mich also bereits damit abgefunden um ca. 2,40 € ärmer zu sein und wollte gerade gehen, da kam sie doch noch mit dem Wechselgeld und einem Muttertagsgeschenk. Man soll nicht zu früh schlecht über jemandem denken.
Außerdem bin ich Spezialist für Kreditkartenprobleme in China (letztes Jahr ist meine Kreditkarte während des Aufenthaltes abgelaufen): Jetzt habe ich beim Versuch ein Hotel in Peking zu reservieren das Fehlen meiner Kreditkarte festgestellt, vermutlich liegt sie entweder zu Hause oder ist im Schwimmbad abhanden gekommen. Jetzt denke ich schon wieder schlecht, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto fester wird meine Überzeugung vor dem Abflug mein Portemonnaie auf die Kreditkarte überprüft zu haben und sie bei der Ankunft im Hotel für die sonst üblich Gültigkeitsprüfung bereits in der Hand gehabt zu haben. Ich kann mich jedenfalls erinnern, daß ich sie wider erwarten nicht zu zeigen brauchte. Blöderweise fiel mir erst nach Betreten des Schwimmbades ein, das ich sie bei mir haben müßte und nicht im Hotel weggeschlossen habe wie ich es immer vor dem Schwimmen in ChangChun tat. Dabei beschlich mich das gleiche mulmige Gefühl, das mich vor eineinhalb Jahren veranlaßte nach meinem Fahrrad zu sehen. Ich war gar nicht überrascht, daß es weg war. Als ich jetzt noch mal meinen Rucksack kontrollierte, stellte ich fest, daß ich Idiot sogar ein eigenes Schloß dabei hatte. Und dieser Badetempel gibt sicherlich mehr Kreditkarten her als ein Volksbad in ChangChun. Was nicht gegen China spricht, in der TU-Sporthalle in Braunschweig sind mir aus dem verschlossen Spind, wahrscheinlich mit Nachschlüssel, auch bereits 120 € und 100 SFr abhanden gekommen, auch dort hatte ich dieses mulmige Gefühl, und zwischendurch meinen Spind kontrolliert.
Also Kreditkarte sperren lassen, Ich habe zwei Zeitungsausschnitte mit Sperrnummern in Deutschland bei mir:
1. Versuch bei Mastercard, Sprachcomputer, dann: "Diese Kartennummer wird nicht in unserem Hause geführt." Auf der Postbankseite finde ich im ersten Anlauf keine Telefonnummer.
2. Versuch., zentraler Sperrnotruf 116 116: Warteschleife, "Zur Postbank können wir Sie nicht verbinden", "Können Sie mir die Telephonnummer sagen", "Tut mir leid, die haben wir nicht", Wo kann ich die dann erhalten? "Vielleicht bei der Auskunft", Hier werde ich beim Auflegen schon unwirsch. Noch mal forschen auf der Postbankseite, dort finde ich jetzt die Nummer mit dem Hinweis, wenn die vom Sprachcomputer abgefragten Tasten nicht weiterhelfen, solle man "Berater" sagen.
Der Sprachcomputer des Sperrdienstes(!), erzählt mir von den neuesten Angeboten der Postbank. - "Berater" -
"Haben Sie ein Online-Konto?" - "Berater"
"Dann schicke ich Ihnen ein Antragsformular". - "BERATER!!!!!"
"Ich kann Sie leider nicht verstehen", - "BERATER DU ARSCHLOCH!!!!!!!!!!"
"Ich kann Sie leider nicht verstehen, ich gebe Sie an einen Berater."
So funktioniert der Sperrnotruf.
Vielleicht liegt die Kreditkarte, ja doch zu Haus oder die Haftung beschränkt sich wenigsten auf 50 €. Das Hotel in Peking verlangt die Kreditkartennummer für die Reservierung, weil ich so spät komme. Anderfalls wird das Zimmer ab 16 Uhr vergeben. Also zum Schluß vielleicht doch noch ein Abenteuer.
Gruß
Jörn