Montag, 8. Oktober 2007

Hallo liebe Fleunde,<title/> </head> <body> <div dir="ltr" style="text-align: left;" trbidi="on"> Dalian 21.05.2006 <br /> Hallo liebe Fleunde,<br /> <br /> mal wieda in China, diesmal in Dalian, kein Abenteuel, der Stlaßenvelkehl ist hiel eulopäisch, sagen wir südeuropäisch, keine Kinder, die mich mit offenem Mund anstaunen, ich bin erst einmal fotografiert worden. Fahrradfahren wäre hier ohne weiteres möglich, (ich habe sogar einen Europäer auf einem Fahrrad gesehen), merkwürdigerweise tut es aber so gut wie niemand. Waren in Changchun schon die Autos in der Überzahl, sieht man hier so gut wie gar keine Fahrräder.<br /> <br /> Eigentlich wohne ich in der Entwicklungszone von Dalian, ca. 40 km zur eigentlichen Stadt, die ist dann doch wieder ein Sechs-Millionen Moloch, größer, engere Straßenschluchten als in Changchun, je näher man an die Stadt herankommt, desto mehr nordchinesische Züge zeigt unser Fahrer und um so griechischer wird der Verkehr, aber immer noch disziplinierter als in ChangChun. Nach Dalian kann man auch ganz einfach mit der Hochbahn fahren, sowie in Hamburg auch, die Züge sind modern und sauber, nicht proppenvoll wie die Busse in Changchun, verwirrend ist nur das die Stationsnamen draußen in Pinjiu-Umschrift angegeben werden im Zug z.T. auf englisch übersetzt, also Hafen in chinesischer Umschrift oder Port. Bevor ich losgefahren bin habe ich eine Zeitlang auf dem Stadtplan die angegebene Zugrichtung "TODA LIAN" gesucht, bis das 10-Cent Stück fiel: "TO DALIAN". Da ich vornherein die beiden Endstationen als Fahrziel gewählt habe, also kein Abenteuer.<br /> <br /> Hinter dem Hotel befindet sich ein Universitätsgelände, einmal drumherumgelaufen schon kann man einen recht ansehnlichen Berg Hochjoggen, das erregt allerdings bei einigen von den Hunderten die dort abends hinauf spazieren gehen oder chinesisch walken (Military-Style) Amüsement oder Erstaunen. Ebenso eine kurze Hose, die ich am Sonntag wider besseres Wissen getragen habe, obwohl ich am Tag vorher registriert habe, daß kein Chinese hier Shorts trägt. Mein chinesischer Kollege sagt, das sei hier noch zu kalt, vielleicht liegt es auch an den behaarten Beinen.<br /> <br /> Sofern man nicht direkt am Meer im Wind steht, ist es angenehm warm und wie in Changchun füllen sich am Abend die zentralen Plätze, wo laute Musik gespielt wird, und in vielen kleinen Gruppen eine Art Federball mit den Füßen gespielt wird.<br /> <br /> Hier in der Entwicklungszone ist natürlich alles neu gebaut, aber wenn man das Hotel anstatt nach vorne auf die Prachtstraße nach hinten verläßt, dann findet man doch wieder kleine Reparaturwerkstätten auf dem Kantstein, Mais auf gußeisernen Holzkohlegrills und den typischen strengen, manchmal süßlichen Geruch. Zum Begrüßungsbesäufnis ging es in ein auf traditionell getrimmtes Restaurant. Auf der Herrentoilette spült alles berührungslos, das traditionelle Element ist vor der eigentlichen Toilette die fehlende Tür.<br /> <br /> Personal im Überfluß, im Hotel, den Restaurants, hinter jeder (!) der mit elektronischer Fahrkarte automatisch öffnenden Zugangs- und Ausgangsschranken der S-Bahn. Ich teile mir z.Zt. ein Büro mit zwei Mitarbeitern unseres Gemeinschaftsunternehmens hier in Dalian, von dem einen weiß ich immerhin, daß er englisch lernt, naja ich programmier ja auch Datenbanken während der Arbeitszeit.<br /> <br /> Hierarchie ist hier leichter zu erkennen als in Changchun, weil es einen Fahrstuhl gibt, der dem lokalem Chef vorbehalten ist. Wohl weil ich Gast bin, hat mich ein chinesischer Kollege am ersten Tag in den Fahrstuhl bugsiert, just in dem Moment als der Partei-Sonstwas-Sekretär vorbeikam. Ohne Aufforderung "nur Mut" meines chinesisch sprechenden Kollegen hier vor Ort, wäre er nicht mehr eingestiegen. Am nächsten Tag, obwohl in Begleitung von zwei Europäern und unseres eigenen lokalen Niederlassungsleiters, der die Fahrstuhlregel sowieso ignoriert, weil er ja auch Chef ist, benutzt er lieber gleich die Treppe. Jetzt muß ich auch Fahrstuhl fahren, wenn ich mit meinem lokalen Niederlassungsleiter komme, damit es nicht so aussieht, als traue ich mich nicht.<br /> <br /> Ein Drittel des Lagers steht voll Teilen von den entschieden werden muß, ob sie noch nachgearbeitet werden können und voll von offenkundigem Schrott, gebrauchte (!) vom Endkunden reklamierte Motorenteile, aber niemand traut sich zu entscheiden, die Teile zu verschrotten. Den Hypermarkt durch die Kassenreihe zu betreten wird freundlich verhindert, daß über eine Ausnahme entschieden wird, darf ich nicht erwarten, also einmal um den Markt herum, den richtigen Eingang benutzen. Der kürzeste Weg zwischen Büro und Lager geht durch die Kantine, der Plan sieht aber vor, den Haupteingang zu benutzen, jedesmal ca. 100 m mehr Wegstrecke.<br /> <br /> Ich war auch wieder im Schwimmbad, empfohlen von unserem Fahrer, (wartet zusammen mit anderen Fahrern den ganzen Tag über vor dem Büro und steht auch abends zur Verfügung. Ich fahre allerdings lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Verständigung unmöglich, aber ich kenne ja schon das Prozedere aus ChangChun, Schloß, Badelatschen und Handtuch empfangen, eine Unterhose gibt es diesmal nicht. An nahezu jeder Ecke in dem verwinkelten Gebäude weist ein Mitarbeiter den Weg. Im Prinzip eine Art Badeland mit riesigem Saunabereich, einem Meerwasserschwimmbecken, 50 m mindestens , Restaurants, aber besserer Bausubstanz und Belüftung als in ChangChun und kaum Leuten im Wasser. In ChangChun habe ich umgerecht 0,80 € bezahlt bzw. als zwangsprivelegierter 2,- €. Hier zahle ich umgerechnet 3,90 €. Unsere Mitarbeiter kosten zwischen 1200,- (Zeitarbeiter) und 2400,- € (Angestellte) – im Jahr. Ich habe keinen von Ihnen hier getroffen. Es ist ja auch im Berufsverkehr eine Stunde Fahrt mit dem Auto, geradeaus und dann rechts. Auf der Autobahn/Schnellstraße fahren im Gegensatz zu ChangChun keine Pferdefuhrwerke mehr, hier fahren Gabelstapler.<br /> <br /> Ein neues Portemonnaie zu kaufen, das kein Plagiat von BOSS oder DUNHILL sein soll, habe ich aufgegeben. Da kaufe ich mir lieber eins von LIDL, das kommt auch aus China.<br /> <br /> Zuletzt wird hier auch nicht gespuckt wie in ChangChun, war dort das Geräusch des Schleimabsonderns aus den Nebenhöhlen allgegenwärtig, habe ich bisher hier erst bewußt einen rotzen gesehen und der hat auch nicht den Fußboden benutzt, sondern den Aschenbecher des Hotelfoyers, wahrscheinlich ein Reisender aus dem Binnenland.<br /> <br /> Nach einer Woche Salat und Gemüse hatte ich mal Lust auf eine Pizza und machte mich in Dalian auf die Suche nach einem Pizza-Hut. Auch in einfachen Lokalen, (für uns einfach: eine Pizza mit Getränk ca. 7,50 €) geht das Geld mit der Bedienung zur Kasse und das Wechselgeld kommt zurückgelaufen. Diesmal hatte ich nach über 10 Minuten Warten bereits den Gedanken an eine Beschwerde verworfen, bei Wem und in welcher Sprache? Die Bedienung war nicht mehr da und wie hätte ich sie beschreiben sollen? Ich hatte mich also bereits damit abgefunden um ca. 2,40 € ärmer zu sein und wollte gerade gehen, da kam sie doch noch mit dem Wechselgeld und einem Muttertagsgeschenk. Man soll nicht zu früh schlecht über jemandem denken.<br /> <br /> Außerdem bin ich Spezialist für Kreditkartenprobleme in China (letztes Jahr ist meine Kreditkarte während des Aufenthaltes abgelaufen): Jetzt habe ich beim Versuch ein Hotel in Peking zu reservieren das Fehlen meiner Kreditkarte festgestellt, vermutlich liegt sie entweder zu Hause oder ist im Schwimmbad abhanden gekommen. Jetzt denke ich schon wieder schlecht, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto fester wird meine Überzeugung vor dem Abflug mein Portemonnaie auf die Kreditkarte überprüft zu haben und sie bei der Ankunft im Hotel für die sonst üblich Gültigkeitsprüfung bereits in der Hand gehabt zu haben. Ich kann mich jedenfalls erinnern, daß ich sie wider erwarten nicht zu zeigen brauchte. Blöderweise fiel mir erst nach Betreten des Schwimmbades ein, das ich sie bei mir haben müßte und nicht im Hotel weggeschlossen habe wie ich es immer vor dem Schwimmen in ChangChun tat. Dabei beschlich mich das gleiche mulmige Gefühl, das mich vor eineinhalb Jahren veranlaßte nach meinem Fahrrad zu sehen. Ich war gar nicht überrascht, daß es weg war. Als ich jetzt noch mal meinen Rucksack kontrollierte, stellte ich fest, daß ich Idiot sogar ein eigenes Schloß dabei hatte. Und dieser Badetempel gibt sicherlich mehr Kreditkarten her als ein Volksbad in ChangChun. Was nicht gegen China spricht, in der TU-Sporthalle in Braunschweig sind mir aus dem verschlossen Spind, wahrscheinlich mit Nachschlüssel, auch bereits 120 € und 100 SFr abhanden gekommen, auch dort hatte ich dieses mulmige Gefühl, und zwischendurch meinen Spind kontrolliert.<br /> <br /> Also Kreditkarte sperren lassen, Ich habe zwei Zeitungsausschnitte mit Sperrnummern in Deutschland bei mir:<br /> <br /> 1. Versuch bei Mastercard, Sprachcomputer, dann: "Diese Kartennummer wird nicht in unserem Hause geführt." Auf der Postbankseite finde ich im ersten Anlauf keine Telefonnummer.<br /> <br /> 2. Versuch., zentraler Sperrnotruf 116 116: Warteschleife, "Zur Postbank können wir Sie nicht verbinden", "Können Sie mir die Telephonnummer sagen", "Tut mir leid, die haben wir nicht", Wo kann ich die dann erhalten? "Vielleicht bei der Auskunft", Hier werde ich beim Auflegen schon unwirsch. Noch mal forschen auf der Postbankseite, dort finde ich jetzt die Nummer mit dem Hinweis, wenn die vom Sprachcomputer abgefragten Tasten nicht weiterhelfen, solle man "Berater" sagen.<br /> <br /> Der Sprachcomputer des Sperrdienstes(!), erzählt mir von den neuesten Angeboten der Postbank. - "Berater" -<br /> "Haben Sie ein Online-Konto?" - "Berater"<br /> "Dann schicke ich Ihnen ein Antragsformular". - "BERATER!!!!!"<br /> "Ich kann Sie leider nicht verstehen", - "BERATER DU ARSCHLOCH!!!!!!!!!!"<br /> "Ich kann Sie leider nicht verstehen, ich gebe Sie an einen Berater."<br /> So funktioniert der Sperrnotruf.<br /> <br /> Vielleicht liegt die Kreditkarte, ja doch zu Haus oder die Haftung beschränkt sich wenigsten auf 50 €. Das Hotel in Peking verlangt die Kreditkartennummer für die Reservierung, weil ich so spät komme. Anderfalls wird das Zimmer ab 16 Uhr vergeben. Also zum Schluß vielleicht doch noch ein Abenteuer.<br /> <br /> Gruß<br /> Jörn</div> </body> </html>

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